Über uns

Der KGB ist ein Getränke-Lieferkollektiv. Bei uns geht es jedoch nicht nur um Bier oder Limo, sondern um alternatives Wirtschaften.

Unser Kollektiv umfasst alle Mitglieder, die in irgendeiner Weise beteiligt sind: Gastronomen, Hersteller, Kulturschaffende und insbesondere auch Konsument*innen. Die Betacoop bildet unsere rechtliche Dachstruktur. Jedes Mitglied ist Teilhaber*in, kann mitlesen sowie mitreden.

Praktisch lassen wir nur Menschen rein, die mindestens einen vorhandenen Kollektivisten persönlich kennengelernt haben (was sowieso geschieht wenn man miteinander arbeitet) und für okay befunden wurden.

Wozu diese Einschränkung? Wir bewegen uns in einem Markt, dessen Mechanismen wir weitgehend ablehnen. Es gibt einige Unternehmen, die gezielt Läden ihrer Mitbewerber*innen über Exklusivität, Werbekostenzuschüsse, Listungsgebühren, “Frei”ware (als ob die frei entstünde; sie wird vielmehr von vorhandenen Kunden mitgetragen), Rabatte, Sponsoring, Platzierungszuschläge und sonstwas abwerben. Ein schmutziges Geschäft, manche Gastronomen oder Kulturschaffende brauchen diese Unterstützung andererseits auch, aber wir wollen und können da nicht mitspielen.

Natürlich arbeiten wir auch mit Partnern gut zusammen, die an anderer Stelle Wettbewerber sind. Die meisten Partner schätzen die Zusammenarbeit mit uns und würden uns nicht in Schwierigkeiten bringen, aber man weiß nie. Deshalb ist z.B. auch unser Logistik-Netzwerk nicht öffentlich, damit durch uns keine Wettbewerbsverschärfung entstehen kann.

Vielleicht sollte man jetzt erwähnen, wie wir im Kollektiv zusammenarbeiten. Unsere Kern-Orga besteht aus 8 Menschen, 3 davon sind aktiv im Tagesgeschäft mit Logistik, Wareneinkauf, Produktionsplanung, Finanzadministration und Buchhaltung tätig. Alle Mitarbeiter*innen sind gleichzeitig Teilhaber*innen des Betriebes. Wir arbeiten konsensgeleitet. Wichtige Dinge diskutieren wir im gesamten Team,  im operativem Geschäft handeln wir autonom. Jeder hat seine Kernkompetenzen, kann aber auch einen anderen Kollektivisten in einer Tätigkeit ablösen.

Die 5 anderen Menschen engagieren sich ehrenamtlich in der Durchführung und Weiterentwicklung unseres Förderverfahrens. Dieser ehrenamtliche Beirat sichtet und veröffentlicht die Bewerbungen. Er entscheidet unabhängig vom operativen Betriebszweig, welches Projekt eine Förderung erhalten soll. Das Geld fließt an lokale Initiativen, welche entweder wichtige soziale oder politische Arbeit leisten.

 

FAQ

Was heißt KGB?

KGB steht für „Korrekter Getränke Betrieb“. Mit „korrekt“ meinen wir nicht nur die Produkte, also mit „was“ wir handeln, sondern „wie“. Korrekt bedeutet für uns solidarischer Handel. Die Gewinne der meisten Getränkehändler wandern in die Taschen der Eigentümer. Man bekommt weder Auskunft darüber, wie hoch diese Gewinne sind, noch wie deren genaue Verteilung aussieht. Wir haben den Anspruch, unsere Gewinne, die wir erwirtschaften, transparent zu machen und deren Verteilung bzw. Verwendung offenzulegen. Mit unseren Gewinnen unterstützen wir Projekte in Leipzig und soziale Initiativen.

Wieso organisiert ihr euch kollektiv?

Der Getränkehandel ist ein sehr undurchsichtiges Business und von grossem Konkurrenzdruck geprägt. Als Kunde kommt man schwierig an Informationen heran. Wir wollen aber wissen, wie produziert wird, wie die Preisstufen sind, wie die Lieferwege aussehen. Wir wollen wissen, wer am Getränkevertrieb verdient. Wir wollen wissen, wie die Hersteller ihre Kosten decken und was mit den Gewinnen passiert.

Wer kann bei Euch kaufen?

Unsere Kunden stammen hauptsächlich aus Gastronomie und Einzelhandel. Dazu zählen u.a. Cafés, Clubs, Restaurants und Bioläden. Wir beliefern jedoch auch private Bestellgemeinschaften, Hausprojekte sowie Veranstaltungen in Leipzig und Umkreis.

Wie kann man bei Euch kaufen?

Bestellen kann man per Email oder telefonisch. Die Lieferung erfolgt wöchentlich. Kurze Strecken stellen wir per Lastenrad zu. Die Anlieferung ist ohne Aufpreis ab 5 Kästen, eine Abholung auf Anfrage möglich.

Welche Getränke nehmt Ihr ins Programm?

Unser Fokus liegt auf hochwertigen Produkten, vorzugsweise von transparent wirtschaftenden Herstellern. Wir nehmen auch Kund*innenwünsche entgegen und schauen, ob das Produkt in unser Sortiment passt.

Welche Getränke würdet ihr nicht  vertreiben?

Wir wollen keine Getränke von marktbestimmenden Herstellern beziehen, führen aber keine schwarze Liste. Wir würden  jedoch ein Getränk aus unserem Sortiment wieder rausnehmen, wenn zum Beispiel die Werbung sexistisch oder rassistisch ist.

Ist bio und regional für euch ein Thema?

95% unseres Sortiments ist Bio, das ist aber kein Hauptkriterium. Qualität kann auch ohne Bio-Siegel auskommen. Regional ist aufgrund kürzerer Lieferwege gut, aber Regionalismus liegt uns fern. Haben wir die Wahl, ziehen wir das Produkt eines überregionalen, sozialen Unternehmens einem regionalem, aber konventionellem Hersteller vor.

Seid ihr politisch aktiv?

Wir verstehen solidarisches Wirtschaften als politischen Akt. Wir fördern Projekte in unserer Stadt, verfolgen aber einen internationalen Ansatz.  So möchten wir auch überregional, zum Beispiel in Spanien oder Griechenland kollektive Arbeit unterstützen.

Wie verwendet ihr eure Gewinne?

Aus unseren Gewinnen wird ein Fördertopf gebildet. Einmal jährlich gibt es eine Förder-Ausschreibung. Bewerben können sich Ideen mit integrativem Ansatz, die Rechtsform ist dabei unerheblich.