Projektförderung 2015 – die Auserwählten: Refugee Law Clinic Leipzig

Im August  haben wir euch die BewerberInnen für unsere Mieps-Projektförderrunde vorgestellt: http://kgb.bio/2015/08/19/projektfoerderung-die-bewerberinnen/. Mittlerweile haben wir uns für zwei Projekte entschieden. Eines davon ist die Refugee Law Clinic aus Leipzig. Wir freuen uns für die RLCL und hoffen, dass der Verein und seine Mitglieder auch weiterhin die Motivation aufbringen, sich für die Belange von geflüchteten Menschen einzusetzen. Hier eine kurze Vorstellung der RLCL:
Kurzvorstellung Refugee Law Clinic
Im April 2013 entstand die Idee eine ehrenamtliche Rechtsberatung für geflüchtete Menschen in Leipzig zu gründen, die sog. Refugee Law Clinic Leipzig (RLCL). Diese Idee fand Anklang bei vielen Studierenden und schnell vergrößerte sich die Gruppe von Interessierten. Bereits in der Entstehungsphase übernahm der Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Staats- und Verfassungslehre, Prof. Dr. Christoph Enders, die Schirmherrschaft und unterstützt seither das Projekt. Am 15. April 2014 wurde die RLCL als eingetragener gemeinnütziger Verein gegründet und ist seither Kopf und Herz aller Tätigkeiten die im Rahmen der Flüchtlingsberatung stattfinden. Alle zwei Wochen trifft sich der Arbeitskreis, das Kernstück des Vereins, berät über wichtige Entscheidungen und koordiniert etwa die Verteilung von Hospitationsplätzen, sowie die Ausbildung und Veranstaltungen. Im April 2015 haben die bereits ausgebildeten Berater*innen der RLCL begonnen, Asylsuchende in Fragen rund um das Asylverfahren zu beraten. Um selbst beraten zu können, muss eine Ausbildung durchlaufen werden. Diese dauert ein Jahr und umfasst eine wöchentliche Vorlesung mit vertiefenden Tutorien im Sommersemester, und Fallbesprechungen sowie Hospitationen bei verschiedenen beratenden Initiativen und Einrichtungen (im Sommer- und Wintersemester). Die Vorlesung umfasst die Grundzüge des Asyl- und Aufenthaltsrecht; die Tutorien konzentrieren sich auf die Grundlagen des Verwaltungs- und Europarechts und die Fallbesprechungen dienen dazu, das Wissen aus der Vorlesung zu vertiefen und unmittelbar auf Sachverhalte anzuwenden. Schließlich kann im Rahmen der Hospitationen ein praktischer Einblick in die Beratungstätigkeit gewonnen werden. Die Ausbildungsmöglichkeit durch die RLCL gibt es nicht nur für Jurastudierende. Auch Nicht-Jurist*innen und Nicht-Studierende können sich zur Rechtsberater*in im Asyl- und Aufenthaltsrecht ausbilden lassen. Genauso steht die Initiative allen offen, die sich in anderer Weise im Rahmen der RLCL engagieren möchten. Besonders dafür stehen diverse Untergruppen innerhalb der Vereinsstrucktur bereit, die sich beispielsweise mit Finanzen, Öffentlichkeitsarbeit, Sprachmittlung oder der Ausbildungs- und Beratungskoordinierung selbst beschäftigen. Um auch langfristig die Versorgung besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge im Raum Leipzig zu verbessern, arbeitet die RLCL mit anderen Leipziger Initiativen zusammen, wie beispielsweise Medinetz, ehrenamtliche Sprachmittler*innen und dem Mosaik e.V., der ein psychosoziales Zentrum für geflüchtete Menschen aufbaut. Diese Zusammenarbeit innerhalb der gegebenen Strukturen in Leipzig hilft der RLCL dabei, ihren eigenen langfristigen Zielen ein Stück näher zu kommen: Ein Umdenken zu fördern, das eurozentrische und diskriminierende Haltungen gegenüber Flüchtlingen überwindet und den Gewinn sowie das Potential einer multikulturellen Gesellschaft erkennt. In Kooperation mit andern Initiativen und Institutionen möchte die RLCL durch ihre Tätigkeit erreichen, dass Leipzig und die Bundesrepublik langfristig zu einem Ort entwickelt, an dem sich geflüchtete Menschen frei von Angst und Rassismus sicher und willkommen fühlen können. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sich bei der RLC zu engagieren!
Alle Informationen findet Ihr unter refugeelawclinic.uni-leipzig.de
Die schönsten und schwierigsten Momente
Die Gründungsphase bestand aus Höhen und Tiefen: Wie können wir das riesige Projekt auf die Beine stellen? Wer könnte die Ausbildung mitorganisieren? Jede und jeder von uns kam an seine /ihre zeitlichen und energetischen Grenzen. Stück für Stück lösten sich alle Fragen. Die RLCL bekam große öffentliche Aufmerksamkeit, der Arbeitskreis wurde immer größer, von Woche zu Woche kamen mehr Interessierte mit neuen Ideen. Besonders bei der offiziellen Vereinsgründung wurde uns vor Augen geführt was wir alles geschafft hatten: die Satzung war ausformuliert, der gemeinnützige Verein wurde eingetragen, das Ausbildungsprogramm stand und der Rechtsberatungsstart war festgelegt.
Was werden wir mit dem Geld machen
Um die ehrenamtliche Rechtsberatung für Geflüchtete zu ermöglichen ist es notwendig, sich ständig auf dem Laufenden zu halten. Derzeit wird ein neues – verschärftes- Asylgesetz nach dem anderen verabschiedet. Einmalin die neue Materie eingearbeitet – schon steht wieder ein neuer Paragraphendschungel vor der Tür. Deshalb werden wir das Geld in eine Fortbildung oder gegebenenfalls auch mehrere Fortbildungen stecken, damit wir für alle Fragen gut vorbereitet sind. Gerade im Dublin III- Verfahren gibt es viele Tücken, die besonders gut verstanden werden müssen. Mit der Unterstützung vom KGB wird dies ermöglicht!

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