Projektförderung – die Bewerber*innen

Hier stellen wir euch die Bewerber*innen vor, welche sich für unsere erste Förder-Ausschreibung von 2×500 Euro angemeldet haben.

Warum und wie fördern wir?
Wir sind angetreten, korrekt zu wirtschaften: Durch den Verkauf in Cafés, Clubs oder Spätis entsteht in unserem Betrieb Geld, mit dem wir unsere Kosten decken.

Der durch den Verkauf erzielte Gewinn fließt nicht in private Taschen, sondern zurück in die Gesellschaft: in Projekte, die unsere Nachbarschaften bereichern. Besonders gern wollen wir Initiativen fördern, welche Geflüchtete unterstützen. 
 

Die Bewerber*innen

PFBewTW_00tapetenwechsel bringt Kultur in dein Wohnzimmer.

1 Abend.
3 Wohnungen.
3 MusikerInnen.
3 KünstlerInnen.

3 Privatwohnungen, die in einem Leipziger Stadtteil fußläufig beieinander liegen, öffnen für einen Sonntagabend ihre Türen. Die Besuchenden haben die Möglichkeit, zwischen den Wohnungen zu rotieren, um Kunst und Musik zu genießen. Die teilnehmenden MusikerInnen spielen blockweise je drei Sets á 30 min. Abhängig von den KünstlerInnen performen diese vor den Musikerinnen oder präsentieren den gesamten Abend ihre Werke. Für 2015 sind zwei weitere tapetenwechsel im September/Oktober und November/Dezember geplant.

Ziele:

  • Distanz zwischen KünstlerInnen und ZuschauerInnen verringern und Raum für unverkrampfte Kommunikation und Interaktion schaffen
  • Forum für unbekannte KünstlerInnen und MusikerInnen zum Ausprobieren und Vernetzen
  • Betonung der Wertschätzung künstlerischer Arbeit durch angemessenes und faires Honorar
  • Zugang zu Kulturveranstaltungen für Menschen mit geringem Einkommen ermöglichen –> kein Eintritt, sondern freiwilliger Kulturbeitrag
  • Beitrag zur Entwicklung und Stärkung der Diversität kultureller und künstlerischer Ausdrucksformen, insbesondere der freien Szene Leipzigs
  • Vielfalt der Leipziger Soziokultur präsentieren: indem der tapetenwechsel von Stadtteil zu Stadtteil zieht, zeigen sich die Facetten und Eigenheiten der Kieze und ihrer Bewohner.

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Mittelverwendung: Honorare für die KünstlerInnen und MusikerInnen
(Zusätzliche Finanzierung der Honorare für die KünstlerInnen und MusikerInnen durch die gesammelten Kulturbeiträge der Besuchenden)

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An wen richtet sich das Projekt?
Die Veranstaltungsreihe ist für jeden Interessierten offen. Es geht uns um ein gemütliches Zusammensein von Freunden, Freundesfreunden und allen, die das werden wollen. Ebenso soll Menschen, die jedoch über ein geringes Einkommen verfügen, die Möglichkeit gegeben werden, Kunst und Kultur genießen zu dürfen.

Team:
Tapetenwechsel ist eine freie Initiative von drei Engagierten, die sich im September 2014 in Leipzig gegründet hat. Sie ist aus der Begeisterung der Initiatorinnen für unabhängige Kunst- und Kulturformen entstanden. Tapetenwechsel folgt dem Wunsch, Kunst und Musik dahin zurückzuholen, wo sie entsteht: im alltäglichen Leben.

Durchführungszeitraum: September – Dezember 2015

Kontakt: tapetenwexel(ät)gmail.com
https://www.facebook.com/tapetenwechsel0?fref=ts

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Peperoncini Rechtshilfefonds: klein. rot. bissig !

Wir wollen mithilfe von Peperoncini die Anwält*innenkosten übernehmen, wenn Asylbewerber*innen vor Gericht gegen unrechtmäßige Behördenentscheidungen vorgehen wollen. Meistens geht es um Ablehnungen von Asylanträgen oder die drohende Abschiebung in andere EU-Staaten, aber auch um unrechtmäßig eingeleitete Strafverfahren o.ä.

Dazu gründen wir gerade einen Fonds, der durch Mini-Bürgschaften und Spenden gefüllt wird:  Interessierte unterstützen den Rechtsstreit mit einem kleinen, selbstgewählten Betrag (Mini-Bürgschaft). Die Bürg*innen bekommen den eingezahlten Betrag zurück, wenn die Person den Prozess gewinnt. Zum Anderen sammeln wir Spenden, um bestehende Unsicherheiten des Mini-Bürgschaftsverfahrens auszugleichen.  Denn in dringenden Fällen – z.B. beträgt die Klagefrist für sogenannte Dublin-Abschiebungen gerade mal 1 Woche – müssen wir die anwaltlichen Honorare vorher auslegen. Besonders bei unserem ersten finanzierten Prozess wollen wir Erfahrungen damit sammeln, wie viele Leute sich im Schnitt in welcher Höhe beteiligen.

Ziele:

  • Asylsuchenden konkret gegen Willkür oder unrechtmäßige Entscheidungen von Behörden helfen.
  • Präzedenzfälle schaffen. Wir sind aber der Meinung, dass in gewissem Sinn JEDER Fall ein Präzedenzfall ist, weil dadurch das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit durchgesetzt wird: Es gibt auf Unrecht Reaktionen!
  • Langfristiges Finanzierungssystem für Anwält*innenkosten schaffen: Peperoncini ermöglicht die juristische Unterstützung einer größeren Anzahl von Asylsuchenden, weil es unabhängig von aufwändigen Einzel-Spendenkampagnen funktioniert.
  • Mehr Öffentlichkeit durch Mini-Bürgschaften: Menschen, die nicht regelmäßig mit Asylsuchenden zu tun haben, bekommen durch die Schilderungen der Rechtslage einen Zugang zu dieser etwas anderen Lebensrealität.
  • Aktive Solidarisierung von Mitmenschen: Ermutigendes Signal für die mit uns lebenden Asylbewerber*innen und Politisierung der Bürg*innen.

Mittelverwendung:
50% für die Erstkampagne: Erstellen von Logo und Webseite, Gestalten und Drucken von Flyern und Plakaten, Erstellen eines Videos, Herstellen von Stickern und Pins
50% direkt für den Fonds: Übernehmen von Anwält*innenkosten

An wen richtet sich das Projekt?
– An Asylsuchende, denen Unrecht geschieht und die sich dagegen wehren wollen.
– An Bürg*innen
– An Spender*innen

Team:
Wir sind drei Asylrechtsberater*nnen aus verschiedenen Organisationen, die in Leipzig und Umkreis Asylbewerber*innen in ihrem Verfahren unterstützen. Wir fahren mit dem lautesten Bus der Welt in Asylheime in Leipzig und Umgebung, Erklären das Asylverfahren, bereiten auf Anhörungen zu Fluchtgründen vor, suchen Sprachmittler*innen, übersetzen selbst, vermitteln WGs und Wohnungen, schreiben Anträge und versuchen nicht zuletzt Geflüchtete zu eigenem politischen Engagement zu befähigen.
Wir kooperieren mit der Refugee Law Clinic, der Infobus Gruppe des Menschen.würdig e.V. (IKMW) und der Böhlen-Gruppe, haben außerdem Kontakt zur Amnesty-Asylgruppe sowie zu vielen
Sozialarbeiter*innen.

In diesem Rahmen erleben wir oft, dass wir als ehrenamtliche Aktivist*innen nicht mehr weiterhelfen können, dass sich die Betroffenen jedoch auch keine Anwält*in leisten können, oft auch nicht in Ratenzahlung.
In dem Fall eines serbischen Familienvaters, der getrennt von seiner Familie abgeschoben werden sollte und dringend ein/e Anwält*in brauchte, kam uns letztes Jahr die Idee, für eine Bürgschafts-Lösung zu mobilisieren. Über verschiedene Emailverteiler erreichten wir zahlreiche Menschen, welche Beträge von je 5€ – 100€ für die Person bereitstellten. Insgesamt kamen so fast 700€ zusammen, was die Kosten für das Gerichtsverfahren sogar noch überstieg.

Dieses große Potenzial einer dezentralen Unterstützung wollen wir weiter für Geflüchtete nutzbar machen. Dazu gründen wir jetzt den Peperoncini-Rechtshilfefonds.

Durchführungszeitraum: 01.07.15 – 01.07.17

Kontakt: Das Eintragen in den Verteiler von Peperoncini ist bisher nur über eine persönliche Emailadresse möglich, die wir aus Datenschutzgründen hier nicht veröffentlichen. Bei Interesse stellen wir den Kontakt zu Léonore aus der Gruppe her. Schreibt an kgb(ät)riseup.net

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Ost-Passage-Theater  

Unsere Initiative stellt sich der Aufgabe, im Leipziger Osten ein kulturelles Zentrum zu errichten, das mit den Mitteln des Theaters die soziokulturellen Energien im Viertel verdichtet.Als Nachbarschaftstheater soll das Ost-Passage Theater eine unverzichtbare Bildungsstätte werden, ein interaktiver und sozialer Raum. Die Menschen und Initiativen finden bei uns einen Veranstaltungsort mit Bühne & ein offenes Team an Theatermachern & Pädagogen vor, um ihre Themen, Projekte & Visionen künstlerisch bearbeiten oder sozial verwirklichen zu können.
Theater soll nicht nur eine Stätte der gepflegten Unterhaltung sein, sondern auch ein Forum für die unterschiedlichen Anliegen, die uns alle bewegen.

Ziele:

  • Schaffen eines Freiraumes für gemeinwohlorientiertes und kreatives Miteinanders über die Schichten und unterschiedlichen Milieus hinweg
  • Menschen aus der Nachbarschaft die Möglichkeit zur spielerischen Auseinandersetzung mit aktuellen Konfliktthemen im Viertel bzw. in der Stadt zu geben
  • Sprachrohr und Impulsgeber sein für die Ideen, Wünsche und Utopien der Menschen
  • Über das Spielen unterschiedlichste Menschen für Theater begeistern und durch die Erfahrung (neuer) Ausdrucksmöglichkeiten Selbstvertrauen stärken
  • Forum sein für die unterschiedlichen Anliegen, die die Menschen bewegen (Erfahrungen mit Gewalt, soziale Ausgrenzung und Armut, etc…)

 

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Mittelverwendung: Da sich das Ost-Passage Theater ohne staatliche Subventionierung finanziert und ab Vertragsabschluss (Oktober 2015) für das Objekt im Leipziger Osten (Eisenbahnstraße 74) Miete zahlen muss, ist die Deckung dieser der dringendste Posten. Dazu kommen später unterschiedlichste Einrichtungs- und Ausstattungselemente. Die Mittel des Mieps Apfelschorle und KGB – Fördertopfes würden also für uns eine Starthilfe zur Begleichung der Miete darstellen.

An wen richtet sich das Projekt?
An alle Menschen der Stadt Leipzig, v.a. an die direkte Nachbarschaft in Leipziger Osten; an Gruppen und Initiativen, Familien und Nachbarn. Wir möchten die unterschiedlichsten Personen ansprechen, ungeachtet des Lebensalters, des sozialen Umfeldes oder sonstigen Hintergründen.

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„Free Syrian Angst“: Eine Theaterproduktion der Initiative Ost-Passage Theater und einem freien Ensemble syrischer Flüchtlinge aus Leipzig (2014-2015).

Team:
Unsere Initiative besteht wesentlich aus zwei freien und offenen Ensembles, die je nach Produktion in unterschiedlichen Konstellationen zusammentreten. Beide Gruppen engagieren sich seit fast 10 Jahren in der Leipziger OFF-Szene für ein auf Mitbestimmung gegründetes, soziokulturelles Theater im Laien-, Amateur- und semiprofessionellen Bereich. In der Produktion „Free Syrian Angst“ spielten z.B. syrische Flüchtlinge in einem Ensemble, was sich 2014 zusammenfand.
Wir verfolgen den Anspruch, die Theaterbühne wieder zu einem öffentlichen und politischen Raum zu machen und versuchen, die inhaltliche Auseinandersetzung aktueller Themen mit der Lust am Schauen und Spielen zu verbinden. Das Kernteam zur Organisation besteht aus 8 Personen, die tätig sind als Dramaturg*in, Regisseur*in, Licht- und Tontechniker*in,  Darsteller*in, Masken- und Bühnenbildner*in, Spieler*in  und in der Assistenz.

Durchführungszeitraum: Im Oktober 2015 wird das Ost-Passage Theater offiziell eröffnet.

Kontakt: http://ost-passage-theater.de

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 Offener Lernraum – Autodidaktische Initiaive

„Eine Sitzecke für Menschen, die gerne in großen Gruppen miteinander diskutieren. Einzelarbeitsplätze für Gedankenbewegungen mit dem eigenen Kopf. Eine Couch zum Lernen und Reden im Wohnzimmerambiente. Computerarbeitsplätze, Bücherregale und Pflanzen. Unverzichtbar ist außerdem eine Teeküche. Für die Menschen in den Räumen soll ein Gleichgewicht zwischen konzentriertem Lernen und Entspannung möglich sein.“ 

(„Lernräume, Wandelträume“ in: „Oya -anders denken, anders leben“, März 2013)
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Die ADI (Autodidaktische Initiative e.V.) stellt eine Plattform für freie Bildung, kritische Philosophie und Interventionen bereit. Sie betreibt im Leipziger Westen einen offenen Lernraum, den Interessierte kostenfrei zum Selbststudium, gegenseitigen Austausch und für Veranstaltungen nutzen können. In diesem Rahmen liegt das Augenmerk auf der Förderung von kollektiven Lernzirkeln und der Organisation von längerfristigen Projekten und Veranstaltungsreihen zu gesellschaftlich und kulturell relevanten Themen. Der Fokus nach unserer Wiedereröffnung im Herbst liegt auf unseren kostenlosen Deutsch-Lern-Kursen, bei dem Flüchtlinge und EinwanderInnen über einen non-formalen Bildungsweg Zugang zur deutschen Sprache finden können. Ziel ist es wöchentlich mehrere parallel laufende Kurs-Termine anzubieten. Neben diesem Projekt gibt es die wöchentlich stattfindenen Info-, Workshop- und Gesprächsveranstaltung des Open Space, bei dem sich die TeilnehmerInnen über politisch oder gesellschaftlich relevante Themen austauschen.

Ziele:

  • Wir sehen Wissen als Hilfe zur Bildung, nicht als das Bildungsziel. Deswegen steht die Schaffung einer angenehmen Lernatmosphäre im Vordergrund und nicht die Vermittlung von Wissen in Form von festgelegten Themen oder Angeboten.
  • Wir wollen Selbstlernende unterstützen, weil es nicht viele Institutionen gibt, die dies niedrigschwellig und auf gemeinschaftliche Art und Weise tun.
  • Bildung bedeutet für uns auch Hilfe zur Selbst-Bestimmtheit und Unterstützung von benachteiligten Gruppen.
  • Mit unserer inhaltlichen Arbeit in Arbeitsgruppen und Projekten wollen wir einen neuen Typ der Wissensproduktion befördern: Integrativ, kollektiv, kritisch, weil dies aus unserer Sicht die Voraussetzung für eine demokratische Gesellschaft ist, die respektvoll mit ihren Mitgliedern und ihrer Umwelt umgeht.
  • Mit dem offenen Lernraum wollen wir zur Stärkung solidarischer Strukturen im Bildungsbereich beitragen. 

Mittelverwendung:
Arbeitsmaterialien für kostenlose Deutsch-Lern-Kurse 30%
Werbematerial für die Deutsch-Lern-Kurse 20%
Workshop zur kollektiven Autodidaktik Ende des Jahres 20%
Beitrag zur Deckung der laufenden Kosten 30 %

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„learning transfer“: Die ADI in der GfZK (Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig).

An wen richtet sich das Projekt?

Offener Lernraum für Rentner, Schulabsolventen, Geflüchtete, Transfer-leistungsempfängerInnen, aber auch StudentInnen und sonstige Interessierte, die sich gegenseitig im Rahmen der kollektiven Autodidaktik weiterbilden wollen.

Team:
Die Autodidaktische Initiative ist ein Verein, der sich der freien Bildung, Philosophie und Intervention widmet. Die Mitglieder sind zwischen 23 und 30 Jahre alt und setzen sich aus Studierten, Studierenden und Autodidakten zusammen. Gegründet wurde der Verein schon im Juni 2012.

Das Team der ADI besteht aus Vereinsmitgliedern, NutzerInnen und Freiwilligendienstleistenden, die sich wöchentlich im Plenum der ADI treffen um gemeinschaftlich über relevante Aufgaben, Pläne und Entscheidungen zu beraten.

Während das Büroteam (Zwei Bundesfreiwillige und Nadine als Betreuungsperson) sich vor allem um Fragen der Finanzierung und um die Öffentlichkeitsarbeit kümmert, beteiligen sich die Mitglieder und NutzerInnen im jeweils möglichen Rahmen an der Durchführung von Projekten und an der Instandhaltung der Räume mit ihrer Infrastruktur. Seit Ende Juni gibt es im Team zudem zwei Europäische Freiwillige, die an einem Projekt zur Öffnung der ADI für die Nachbarschaft arbeiten.

Durchführungszeitraum: Wiedereröffnung ab August 2015, zeitlich unbegrenzt

Kontakt: http://adi-leipzig.net/

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Refugee Law Clinic Leipzig (RLCL)

Die Refugee Law Clinic ist ein von Student_innen der Universität Leipzig begründetes Projekt mit dem Ziel Flüchtlinge und Asylsuchende in Rechtsbelangen kostenlos zu beraten und zu unterstützen. Wir wollen mit unserem Engagement die Aufmerksamkeit auf die Problematik lenken, dass Flüchtlingen, die u.a. in unserer Stadt untergebracht werden, keine ausreichende Rechtsberatung bei ihrem Asylantrag zuteil wird, wobei diese gesetzlich nach der europäischen Verfahrensrichtlinie (RL 2013/32/EU) von staatlicher Seite abgesichert sein müsste. Unser Ansatz zur Problembewältigung und zur Gewährleistung eines faires Aufenthaltsverfahren ist neben der Aufklärungsarbeit die Etablierung und Ausweitung unserer ehrenamtlichen Beratungstätigkeit. Um dies zu realisieren, umfasst unser Konzept neben der Beratung an sich eine selbst organisierte Ausbildung zur ehrenamtlichen Rechtsberatung in Asylangelegenheiten, die durch Vorlesungen, Tutorien und Hospitationen gewährleistet werden soll.

Ziele:
• Anbieten einer qualitativ hochwertigen und kostenfreien Hilfestellung in der Rechtsmaterie des Asyl- und relevanten Verwaltungsrechts für Migrant*innen
• Gewinnung von Aufmerksamkeit für den Missstand im deutschen Rechtssystem, dass die soziale Zusicherung des Rechts auf unentgeltliche Rechtsberatung und -vertretung während des Asylverfahrens gemäß der europäische Verfahrensrichtlinie (RL 2013/32/EU) nicht gewährleistet ist
• Schulung des deutschen und europäischen Verständnisses, selbstständig und unbeeinflusst von Angst und Xenophobie den geflüchteten Menschen einen Ort zu gewähren, an dem sie sich sicher und gewollt fühlen können
• Gesellschaftliche Sensibilisierung für die Belange von Asylsuchenden (nicht nur auf rechtlicher Ebene) und die Flüchtlingsproblematik in Europa erreichen

Mittelverwendung:
Wir würden die Mittel für die vollständige Umsetzung unseres Ausbildungsprogramm verwenden, um dieses weiter zu gewährleisten und qualitativ zu verbessern:
• Für die schon in der Praxis befindlichen Berater*innen, wollen wir einen Weiterbildungsworkshop für Interkulturelle Kommunikation finanzieren, um sie neben dem rechtlichen Know-how auch auf der psychologischen Ebene der Beratung weiterzubilden bzw. darauf vorzubereiten (Kostenfaktor: ca. 100 € pro Person)
• Zudem ist eine Veranstaltung in Form einer Vorlesung zu dem Thema „Interkulturelle Sensibilität der Berater*innen für Flüchtlinge im Asylverfahren“ für unser theoretisches Ausbildungsprogramm in Planung (Kostenfaktor: 300 € + Reisekosten= 400 € )
• In einigen Monaten wollen wir außerdem Ausbildungsveranstaltungen im WS 2015/16 in Form von praxisbezogenen Fallbesprechungs-Seminaren realisieren. Für diese Veranstaltungen wollen wir als Referent*innen Volljurist*innen engagieren, die auf dem Gebiet des Asylrechts in der Praxis tätig sind und für deren Tätigkeit ein Honar zu entrichten wäre (Kostenfaktor: pro Tutorium 150 € x 6 Veranstaltungen (angestrebte Anzahl für Bedarfsdeckung ) = 900 € )

An wen richtet sich das Projekt?

  • Asylsuchende und Flüchtlinge (kostenlose Rechtsberatung)
  • Interessierte, die sich für die ehrenamtliche Asylrechtsberatung kostenlos ausbilden lassen wollen (fundiertes Ausbildungsprogramm)
  • interessierte Öffentlichkeit (Vorträge und Vorlesungen)

Team:
Das Team des RLCL e.V. wurde 2014 gegründet und setzt sich aus mehr als 50 aktiven Studierenden verschiedener Fachrichtungen der Universität Leipzig und der HTWK, sowie aus Volljurist*innen und wissenschaftlichen Mitarbeitern der Juristenfakultät Leipzig, zusammen, welche unabhängig von der Universität in Selbstorganisation ehrenamtlich tätig sind. Die Arbeitsweise in unserem Verein erfolgt basisdemokratisch und ist in einem Arbeitskreis organisiert, der sich in themenbezogenen Arbeitsgemeinschaften (Beratungs-AG, Sprachmittlungs-AG Öffentlichkeitsarbeit-AG, Vernetzungs-AG, Ausbildungs-AG, Hospitations-AG, Neuenbetreuungs- AG, Finanz-AG, Recherche-AG, Vortrags-AG,etc.) untergliedert. Seit einigen Wochen wird unser Team zudem durch die ersten von der RLCL ausgebildeten Rechtsberater bereichert, die wir in die aktive Beratungsausübung entsenden konnten.

Durchführungszeitraum: dauerhaft.

Kontakt: http://refugeelawclinic.uni-leipzig.de/

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Internationaler Kochabend
Initiative „Engagiert für Geflüchtete in Leipzig“ (EfGiL)

Seit November 2014 organisiert EfGiL jeden ersten Mittwoch im Monat ein internationales Kochprojekt in den Räumen des CVJM, Schönefelder Allee 23 a. Dieses ist ein Teilprojekt unserer Initiative. Hier treffen sich Asylbewerber_innen und Nicht-Asylbewerber_innen zum gemeinsamen Kochen, Essen und Austausch in entspannter Atmosphäre.

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Bisweilen nehmen etwa 50 Menschen an der monatlichen Veranstaltung teil. In erster Linie setzt sich das Publikum aus Geflüchteten aus den umliegenden Gemeinschaftsunterkünften, vor allem des Leipziger Nord-Ostens, einer großen Zahl an Ehrenamtlichen und vereinzelt auch Nachbarn aus der Umgebung zusammen. Durch die Regelmäßigkeit der Veranstaltung konnte sich das Projekt in den Gemeinschaftsunterkünften herumsprechen und sich für einige Bewohner zu einer festen Institution aber auch als Anlaufstelle für neu angekommene Menschen etablieren.

Ziele:
Der internationale Kochabend:

  • bietet den Raum und die Gelegenheit zur integrierenden Begegnung von Geflüchteten und Nicht-Geflüchteten
  • ist eine niedrigschwellige Gelegenheit neue Bekanntschaften zu knüpfen und durch die Konstanz der Veranstaltung eventuell langfristige, freundschaftliche Beziehungen zu entwickeln
  • fördert ein nachhaltiges und respektvolles soziales Leben und schafft eine Plattform zum Dialog für alte und neue Leipziger*innen in der Nachbarschaft in Leipzig-Schönefeld
  • bietet Geflüchteten die Möglichkeit Ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten zu teilen und Wertschätzung zu erfahren
  • bietet Geflüchteten die Möglichkeit der faktischen Isolation und Eintönigkeit des Alltags in den Gemeinschaftsunterkünften zu entkommen
  • findet in Kooperation mit dem CVJM Leipzig statt und dient als Veranstaltung, wo weitere Initiativen/Vereine aus dem Bereich Flucht/Asyl eingeladen werden, um die Möglichkeit des Austauschs zu bieten

Mittelverwendung:
Mit den Mitteln sollen alle benötigten Lebensmittel im Vorfeld der Kochabende eingekauft und somit finanziell gedeckt werden. Dies macht eine niederschwellige Teilnahme für alle Menschen möglich.
Benötigt werden für fünf Kochabende jeweils 100€ für den Einkauf von Kochzutaten.
Wir haben aber keine externe Finanzierung. Wir finanzieren momentan alles mit eigenen Spendaktionen wie Flohmärkten, Soliparties etc.

An wen richtet sich das Projekt?
Das Projekt richtet sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Eltern und Alleinerziehende, Familien und Allein lebende, Geflüchtete und Nicht-Geflüchtete, Nachbar*innen, Menschen, die sich besonders für die Themen Integration, interkultureller Austausch und Antirassismus-Arbeit interessieren, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund und alle weiteren Interessierten. Insbesondere bietet der Kochabend Familien die Möglichkeit ein Angebot gemeinsam wahrzunehmen.

Team:
Ein Großteil des Teams besteht aus Studierenden und Berufstätigen, die sich in Ihrer Freizeit engagieren. EfGiL besteht aus etwa 20 Ehrenamtlichen, die sich regelmäßig oder aushilfsweise bei Aktionen, Projekten und Angeboten einbringen. 
Seit anderthalb Jahren engagieren wir uns, mit dem Ziel Geflüchtete in Leipzig in ihren vielfältigen Belangen zu unterstützen.
In Reaktion auf die mangelhaften Umstände in der vorübergehend eingerichteten Notunterkunft in Schönefeld und die dort aufkeimende Fremdenfeindlichkeit 2013 schloss sich damals eine kleine Gruppe Studierender zusammen, um den Geflüchteten die Ankunft in Leipzig zu erleichtern.
Aus den damals aktiven Personen ist die Initiative „Engagiert für Flüchtlinge in Leipzig“ gewachsen. Mittlerweile veranstalten wir einmal im Monat den internationalen Kochabend in den Räumen des CVJM und bieten darüber hinaus, vor allem in den Gemeinschaftsunterkünften in der Georg-Schwarz-Straße , der Markranstädter Straße und der Zschortauer Straße Kinderangebote wie Ferienprogramm, Tanzworkshops und Bastelaktionen an. Als Teil des Bündnis ‚Auf gute Nachbarschaft‘ setzen wir uns für eine aktive Willkommenskultur in der Umgebung von Gemeinschaftsunterkünften ein und organisieren vielseitige Veranstaltungen die ein beidseitiges Kennenlernen ermöglichen sollen. Außerdem stehen wir mit den Mitarbeiter*innen der Gemeinschaftsunterkünfte in Kontakt und vermitteln so Interessenten*innen und Sachspenden an die Unterkünfte.
Die Initiative ist also nicht nur selbstständiger Akteur in der Leipziger Flüchtlingsarbeit, sondern dient mittlerweile vielen anderen Gruppen, Ehrenamtlichen, wie Mitarbeiter*innen der Gemeinschaftsunterkünfte als Anlaufstelle für Anfragen und Vernetzung als Vermittler*in.

Durchführungszeitraum: 5 Monate (01.08.15 bis 04.12.15)

Kontakt:  engagiert.fuer.fluechtlinge@gmail.com
https://www.facebook.com/engagiert.fuer.gefluechtete/timeline

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Aktionsmobile 

für 

Leipzig

Wir möchten wir einen generationsübergreifenden Workshop im Rahmen des help*Festivals im September 2015 zum Bau mobiler Aktionsmodule für den öffentlichen Raum durchführen.
Wir laden Experten aus dem FabLab Nürnberg ein, welche den Workshop anleiten werden.
Das help*Festival wird erstmals im September und Oktober diesen Jahres durch den Helden wider Willen e.V. im Leipziger Osten initiiert. Dabei werden verschiedene Veranstaltungen und Formate mit soziokulturellem Hintergrund nach dem DIT-Prinzip (Do it together) – Upcycling, urban gardenng, Community Art, Musik, Theater, Kochen und Essen in Kooperation mit anderen geladenen Akteuren aus nah und fern für ein breites Publikum angeboten. Alle Veranstaltungen sollen allen frei zugänglich und kostenfrei sein, so auch der Workshop.

Ziele:
– Bau mindestens eines Aktionsmobils während der Workshopzeit mit einer möglichst heterogenen Gruppe
– abschließend gemeinsame Aktion im öffentlichen Raum
– Erlangung des Wissens durch die Multiplikatoren
– Bau weiterer Aktionsmobile in Folge des Workshops
– Weitergabe des Wissens

Der Workshop an sich wird Menschen zusammen bringen, die miteinander etwas Erschaffen und sich somit ein Stück näher kommen. Die entstandenen Mobile werden im öffentlichen Raum bespielt und mit Aktionen belebt, um weitere Menschen zu erreichen.

Mittelverwendung:
Materialkosten: 300 Euro
Honorarkosten: 200 Euro

An wen richtet sich das Projekt?
Der Workshop wird generationsübergreifend und barrierefrei konzipiert, um eine möglichst breite Gruppe zu erreichen. Jeder der am Thema interessiert ist, soll daran teilhaben und sich einbringen können.

Team:
Das Team des Helden wider Willen e.V. besteht aus dessen Mitgliedern und Ehrenamtlichen, die sich für die Umsetzung der Projekte des Vereines engagieren. Diese werden auch als Multiplikatoren am Workshop teilnehmen.
Der Verein „Helden wider Willen“ ist seit 2006 in Leipzig tätig und bietet einen offenen Raum für die Entwicklung interdiziplinärer Kunst- und Kulturprojekte, auch auf internationaler Ebene.
Angeleitet wird der Workshop durch das Team des FabLab Region Nürnberg.

Durchführungszeitraum: 19. und 20. September 2015

Kontakt: Es liegt nur eine persönliche Mailadresse vor, die wir aus Datenschutzgründen nicht veröffentlichen möchten. Wenn ihr die Projektgruppe kontaktieren wollt, schreibt an uns: kgb(ät)riseup.net

3 Gedanken zu „Projektförderung – die Bewerber*innen

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